Mitgliederbrief statt einer Generalversammlung

 

Liebe Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereines, 

leider mussten wir unsere Generalversammlung am 12.03. absagen. Wir möchten trotzdem zum gemeinsamen Gottesdienst am 12.03. um 18.30 einladen, den wir für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder bestellt haben. Hierbei denken wir ganz besonders an Reinhilde Leimeister, verstorben am 14.04.2020 und Gerdi Bauer, verstorben am 16.08.2020.

Weil wir uns nicht treffen dürfen, möchten wir versuchen, mit diesem Schreiben einige Informationen weiter zu geben, was wir gerne gemacht hätten, was wir gemacht haben und was wir geplant haben.

Herausragend war letztes Jahr sicher, dass wir mit der Sanierung der Alten Schmiede über die Gemeinde vom Regionalbudget der Allianz Südspessart sehr hoch gefördert wurden, sodass das älteste Gebäude unseres Ortes ein neues Dach und einen neuen Kamin erhielt. Wir konnten auch den Blasebalg restaurieren lassen, sodass wir im September zum Tag des offenen Denkmals bereit gewesen wären, die Schmiede zu Schauzwecken wieder in Betrieb zu nehmen, wofür wir auch die hohe Förderung erhalten hatten. Leider fand der Tag des offenen Denkmals nur virtuell statt und wir verzichteten auf eine Teilnahme, weil uns ein virtuelles Fest nicht zielführend erschien. Ein echtes Fest  zu diesem Anlass wollen wir aber jetzt in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals am 12.09. feiern.

Wir könnten jetzt mit einer langen Aufzählung weiter machen, was wir alles vorhatten, aber nicht umsetzen konnten. Wir wollten den HGV Laudenbach zu einer Museums- und Kirchenführung  empfangen mit anschließendem gemütlichem Abschluss am Bahnplatz. Es war ein Gegenbesuch im Herbst zu einer Mühlentour in Laudenbach mit Abschluss im Rathauskeller geplant. Der Herbstmarkt ist ausgefallen, sodass man jetzt meinen könnte, es war nicht viel los im Verein, was aber überhaupt nicht stimmt.

Wir konnten unsere Grenzwanderungen mit den Vierern im November fortsetzen, zwar nicht wie geplant an der Grenze zu Wildensee mit Einkehr im Hirschen, aber an der Grenze zu Stadtprozelten, ohne Einkehr, immerhin. Wildensee steht somit für dieses Jahr an und wir hoffen wieder auf eine so große Beteiligung, wie bei den letzten beiden Grenzwanderungen.

Das ganze Jahr und auch schon davor, hat uns das neue Schulbuch beschäftigt. Mit diesem Projekt haben wir uns unendlich viel Mühe gemacht. Wir mussten einige datenschutzrechtliche Hürden überwinden, weil wir von den ca. 800 Schülern die Unterschriften brauchten, um sie mit Namen veröffentlichen zu können. Es ist uns in mühevoller Kleinarbeit gelungen, etwa 90% dieser Unterschriften einzusammeln, ein schöner Erfolg und die Voraussetzung für die Erstellung des Buches. Die Vorstandschaft hat im Oktober in einer Vorstandssitzung entschieden, dass wir den Logo-Verlag des Kreisheimatpflegers Eric Erfurth in Obernburg mit der Lektorierung und Herstellung des Buches beauftragen. Für 400 Bücher werden etwa 9000 Euro Kosten anfallen, sollten wir die erhoffte Anzahl Bücher verkaufen können, wären etwa zwei Drittel des Betrages schon wieder ausgeglichen. Da wir auch von der Raiba, der Sparkasse und der Gemeinde, die sich sehr großzügig zeigte, Spenden dafür erhielten, hält sich der finanzielle Aufwand für das Buch in vertretbaren Grenzen. Dieses Buch wollen wir am 16. Mai am Dorfplatz vorstellen, wir hoffen dass das dann möglich ist.

Damit sind wir beim Thema Finanzen. Einnahmen hatten wir außer den Mitgliedsbeiträgen und den genannten Spenden natürlich keine. Es gibt aber ein Förderprogramm des Freistaates Bayern für die Vereine der Heimat- und Brauchtumspflege, bei dem für entgangene Einnahmen entschädigt wird, ein entsprechender Antrag wurde gestellt.

Was sehr interessant war, waren einige Anfragen, die bei uns eingingen und die wir auch beantworten konnten. Da ist zuallererst Edmund Zöller, Kreisheimatpfleger aus  Ansbach, Bruder des Herrgottschnitzers Oswald Zöller zu nennen, der über diesen eine größere Veröffentlichung vorhatte, aber dafür unsere Unterstützung brauchte. Diese bekam er von Sigi und wir konnten alle das gute Ergebnis im Sonntagsblatt lesen.
Ein Historiker aus Aschaffenburg wollte Informationen zur Versenkung von zwei Prözler Schiffen 1944 in Aschaffenburg. Auch ihm konnte geholfen werden und Kontakte zu historischen Quellen nach Aschaffenburg geknüpft werden, die vielleicht noch von Vorteil sein können.
Es gab überdies auch noch einige Privatpersonen, die Fragen zu Abstammungen und Stammbäumen hatten, die wir recherchieren konnten. 

Erfreulicherweise durften wir im vergangenen Vereinsjahr 10 Mitglieder zu Jubiläums-geburtstagen und 2 Jubelpaare zur goldenen Hochzeit gratulieren. Hierfür sei dem Gratulationsteam herzlich gedankt. 

Unmittelbar vor dem ersten Lockdown im März war noch unsere Generalversammlung in der Fröhlichkeit, außerdem konnten wir danach auch zwei Vorstandssitzungen am Dorfplatz abhalten, sodass wir wichtige Entscheidungen zu  unserem Jahresplan treffen konnten.

Und damit wären wir beim Ausblick für dieses Jahr. Außer der Inbetriebnahme der alten Schmiede hoffen wir, dass der Sandsteinkulturweg, für den wir für Dorfprozelten einiges zusammengestellt haben, dieses Jahr verwirklicht wird. Daran wird Dorfprozelten mit den darin integrierten Schwerpunkten – Bahnplatz - Kirche - Altes Rathaus touristisch  partizipieren. Über die Allianz Südspessart wird, sobald das möglich ist, eine zertifizierte Gästeführerausbildung stattfinden, für die ich mich neben einigen anderen Prözlern angemeldet habe. 

Nach Absprache mit der Jugendverantwortlichen der Gemeinde wollten wir im Januar mit Jugendführungen durchs Ort beginnen mit den Schwerpunkten Heimatmuseum, Bahnplatz, Kirche, Schiffermuseum und Alte Schmiede. Auch hierbei wurden wir ausgebremst, wir werden das aber nur verschieben, nicht vergessen.

Vielleicht wird es demnächst möglich sein virtuelle Vorstandsitzungen durchzuführen, wir finden, das ist eine gute Alternativlösung zu dem momentanen Zustand. Die entsprechende Ausbildung dazu wird vom Vereinsring angeboten und wir werden daran teilnehmen.

Freuen konnten wir uns auch über drei neue Mitglieder. Es wäre schön, wenn wir weitere Heimatfreunde für unseren Verein gewinnen könnten, dafür bitten wir um Unterstützung. 
Wir möchten auch auf unsere  Internetseite hinweisen, die dankenswerter Weise von Alexander Schwarz  stets aktualisiert wird. Dort sind auch die Beitrittsformulare zum downloaden zu finden. 

Wir hoffen, mit diesem Mitgliederbrief ansatzweise den Ausfall der Generalversammlung kompensieren zu können und wünschen ein gutes Jahr 2021, vor allem Gesundheit, aber auch Zufriedenheit.

Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit Euch.


Karl-Heinz Neubeck und Wolfgang Heim

 

Hier gibt es den Brief zum Herunterladen im PDF Format